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So nerv' ich Dich dauernd

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K5-Orientierungslos

Seit Tagen schon bewege ich mich wie in Trance. Alles um mich herum geschieht im Zeitraffer, oder besser: Ich bin eine einzige Zeitlupe.

Immer wieder Gedankenfetzen, Visionen, Bilder meiner Träume. Ich stehe auf. Gehe zur Arbeit. Der Tag verrinnt. Nicht so wie die Stunden im Fluge vergehen, wenn der Stress groß ist und man kaum Zeit zum Luft holen hat. Nein- es ist eher so als wenn es nur ein paar wenige Stunden wären und nicht acht oder zehn. Gespräche, Besprechungen, Begegnungen - vergehen ohne im Speicher haften zu bleiben. Automatismus bewegt den Körper und hält den Geist gefangen. Unterbrochen nur von den Blitzlichtern der Träume und einer verworrenen Vergangenheit. Meine Gesten und Gesichtsaudrücke spiegeln nur das wieder was die Umwelt erwartet. Ohne echtes Gefühl - nicht aus der Tiefe meiner selbst.

Immer wieder versuche ich dieses dumpfe Gefühl abzuschütteln. Den Schleier zu entfernen und hindruch zu treten in die Realität. Doch es gelingt mir nicht. So wie es ist, wenn man in einem langweiligen Gespräch verwickelt ist und das Gegenüber nicht zu stoppen ist. Zäh, Worte aneinander reiht, deren Sinn man nicht wirklich wahrnimmt - weil der Geist sich woanders befindet. Nur die Oberfläche des Gesichtes spielt Interesse - der Kopf nickt zustimmend von einem unsichtbaren Faden gezogen. Immer wieder denkt man sich, das man zuhören müsste und versucht Anschluß zu finden - um gleich wieder abwesend zu sein...

Die letzten Tage waren wie nur wenige Minuten in meiner Erinnerung. Zurückschauend fehlen mir Ereignisse an denen ich das vergangene Leben rekonstruieren könnte. Nur das Alltagseinerlei - ohne besondere Momente. Ohne zu wissen was zu tun ist - ohne Ziel und Zweck streife ich durch meine Wohnung. Gehe von Fenster zu Fenster - immer wieder hinausschauend und suchend. So als würde man Besuch erwarten der überfällig ist. Die Schlaflosigkeit hervorgerufen durch die Angst in düstere Träume zu fallen, raubt mir die Fähigkeit komplexe Gedanken zu fassen. Wahnsinnige Kopfschmerzen tun ihr übriges dazu. Ich stehe plötzlich vor dem Badezimmerspiegel, sitze auf einem Sessel - einem Stuhl ohne zu wissen wie die letzten Schritte bis dorthin waren.

Letzlich entschließe ich mich für einen Spaziergang. Vielleicht hilft der Sauerstoff die nervigen Kopfschmerzen zu entfernen. Die Vorbereitungen um das Haus zu verlassen verlaufen ähnlich ohne Bewußtsein wie alles andere und kaum habe ich die Haustüre hinter mir verschlossen befinde ich mich auch schon mitten in einem Wald. Tief ziehe ich den Sauerstoff in meine Lungen und stosse den verbrauchten Atem in feinem Wasserdampf aus. Die Abendsonne färbt den Wald mit seinem kompletten Inventar in einen gelblichen Farbton, fast so wie ihn alte schwarz/weiß Fotografien manchmal haben. Eben glaubte ich noch ein Geräusch zu hören - umgibt mich schnell wieder eine bereits vertraute Lautlosigkeit. Dessen ungeachtet setze ich meinen Spaziergang fort - Orientierungslos ohne zu achten woher oder wohin. Immer noch das letzte Geräusch überdenkend, höre ich wieder etwas - ein Scharren. Ich blicke mich um schaue an jeden Baum und den dazugehörigen Schatten. Verharre mit meinem Blick um mögliche Bewegungen zu erahnen. Das Scharren stoppt gerade so als ob sich der Verursacher schützen möchte. Sich schützen vor der Entdeckung durch mich. Es verstummt abruppt mit einem winzigen Echo - ebenso wie es klingt wenn man aus dem Lauf heraus plötzlich stehen bleibt und sich versteckt. Hinter einem Baum zum Beispiel.

Ich kann trotz größter Mühe nichts erkennen. Mittlerweile verschwimmen Schatten und Konturen miteinander. Zweidimensional nehmen meine Augen fast nur noch ein graugelbes Geschliere in der Entfernung war. Bis auf - war da nicht etwas in den Augenwinkeln? Nur ein Schatten?!

Ich kenne das Gefühl. Das Gefühl das jetzt gerade langsam meinen Rücken hinaufsteigt. Langsam - so wie eiskalter Honig, der entgegen allen physikalischen Grundgesetzen, zäh und in einer gänsehautverursachenden Weise in meinen Nacken fließt. Über die Brust, dort dann gleich erstarrt und einen festen Gürtel um meinen Torso bildet, um mir so die Möglichkeit zu nehmen weiter kühlen Sauerstoff in meine Lungen zu schaffen. Oft hatte ich dieses Gefühl schon - immer wieder - in meinen Träumen. In vielen Situationen. Es schnürte mir die Kehle zu und brachte mein Herz zum rasen. Auch jetzt lässt es verzweifelt versuchen wie gegen einen verschlossenen Zugang anzukämpfen und durch ein imenses Vakuum durch die Poren Luftmoleküle zu befördern. Verzweiflung - Erstarrung - Angst.

Wie irr bewegen sich meine Augäpfel hin und her, aber immer wieder zu diesem einen Punkt zurückkehrend. So als wollten sie diesen Ort mit der Umgebung vergleichen um Unstimmigkeiten zu finden. Und die nun folgende Bewegung des anvisierten Schattens lässt sie stoppen und bis auf das maximale Maß weiten - es ist keine Einbildung. Der Schatten ist real...

17.1.09 13:08
 


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