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K4-Kalter Schweiß

"Wie lange ist er jetzt schon bei uns?" " Ich bin mir nicht ganz sicher, die Stationsschwester sagte etwas von acht Jahren? Kann das denn sein" "Eine lange Zeit. Keine Angehörigen?" "Ich hab noch nie jemanden hier gesehen solange ich hier Dienst habe!" "Traurige Geschichte..."
Das Gespräch der beiden Schestern kann ich nur schlecht verstehen. Ich stehe in Ihrem Rücken in einer Ecke des Zimmers. Es sieht aus wie ein Krankenzimmer. Obwohl ich alles nur recht schemenhaft erkennen kann, sehe ich doch einen Stuhl vor einer grau schimmernden Wand. Der Raum hat ein großes Fenster das zweigeteilt ist - Fenster und Glastüre. Letztere führt wohl zu einem Balkon. Doch das ist nicht zu erkennen ebensowenig gibt es einen Ausblick aus dem Fenster hinaus. Alles verschwimmt und nur undeutliche Umrisse sind zu sehen.
An der Decke befindet sich eine schwach leuchtende Lampe. Die beiden Schwestern sind zwar nicht besonders groß. Trotzdem schaffe ich es nicht über ihre Schultern zu schauen. Es scheint so das sie sich vor dem im Zimmer sicherlich vorhandenen Krankenbett aufgestellt haben und über den auch wahrscheinlich darin befindenden Patienten unterhalten.
 "Welche Geschichte denn?" "Man erzählt sich so manches - nichts genaues. Aber es muß wohl mit einer Familientragödie..." Die Kleinere der beiden stoppt mitten im Satz und schaut sich zu mir um? Kann sie mich sehen? Ich versuche etwas zu sagen aber es kommen keine Laute aus meinem Mund. Ich bin nicht in der Lage mich in irgendeiner Weise zu artikulieren. Kurz hält sie inne - dann wendet sie sich wieder ihrer Kollegin zu:. "...ein ander mal. In zehn minuten habe ich Dienstschluß. Wir müssen noch hier fertig werden und dann die anderen drei Zimmer noch..."
Ihre beiden Köpfe sind von einem gelben Lichtschein umgeben, der offensichtlich von der über dem Kopfende des Bettes platzieren Neonröhre kommt. Ich versuche mich auf die beiden zu zu bewegen um zu sehen wer in dem Bett liegt aber auch gehen kann ich nicht. Ich glaube zwar meine Füße zu bewegen - es ist aber so als ob sie gar nicht den Boden berühren. Nur ganz langsam komme ich vorwärts. Gerade so, als ob mich nur die durch den Luftzug den ich mit meinen Gliedmaßen erzeuge, fortbewegen würde. Ich denke daran das ich immer noch nicht über die beiden Krankenschwestern hinweg sehen kann, und bemerke das sich meine Sicht langsam verbessert - so als ob ich stetig höher schweben würde. Aber mit jedem Millimeter den ich mich in die Höhe begebe scheint es so, als das sich der hierdurch freigegebene Ausblick auf die hinter der beiden Körpern der Schwestern liegende Objekte, mehr und mehr verklären würde. Ich möchte meine Geschwindigkeit erhöhen um schneller zu sein als die Unschärfe die sich entwickelt. Ich kann die Umrisse eines Krankenbettes erkennen. Aber jetzt wo ich die beiden Schwestern auseinanderschieben müsste um noch mehr zu sehen, bewegt sich das Bett weiter von mir weg. Es ist von einem immer heller werdenden Licht umgeben. Es verschwindet mit ansteigender Geschwindiglkeit in einem Tunnel aus hellem Licht. Mit letzter Kraft versuche ich genaueres zu erfassen - dann verschwindet alles. Der Lichttunnel ist in einer Flut von Licht explodiert. Dunkelheit!
Ich bin umflutet von tiefschwarzem Nichts. Ich spüre eine Kälte die sich um mich herum bildet, aber nicht so wie man normale Temperatur empfindet fühlt es sich an - eher als würde diese Kälte von der Dunkelheit ausgehen.
Aus dem schwarz wird ein dunkles grau und man kann die Umrisse von Bäumen erkennen. Es ist fast so wie der Moment wenn man das Licht ausschaltet, und die Augen sich beginnen an die Dunkelheit zu gewöhnen. Ich kann einige Lichter erkennen - nicht scharf - verschwommen und klein. Nebel umgibt mich und durch die Bäume hindurch sehe ich diese Lichter. Offensichtlich stammen sie von Häusern die sich jenseits des Waldes befinden in dem ich stehe. Als ich mich noch in dem Krankenhaus befand konnte ich mich nicht selbst sehen nicht sehen wie ich gekleidet war - das fällt mir jetzt auf als ich an mir heruntersehe.
Ganz in schwarz gekleidet mit einer alten Militärjacke lehne ich an einem Baum. Besser gesagt macht es den Anschein als ob ich mich dahinter verstecke. Um meine Hals hängt der schlaffe Riemen eines Fernglases, das ich in meinen Händen halte.
Ich führe das Fernglass zu meinen Augen obwohl ich nicht  weiß warum ich hier bin und was ich wohl beobachten möchte oder soll, ist plötzlich nur eines der Lichter für mich interessant. Ich visiere es geziehlt an. Leicht verschwommen zoome ich mir das Licht heran und stelle scharf. Innerhalb eines Fensterrahmens kann ich einen Raum erkennen. Plötzlich höre ich ein Geräusch hinter mir.
Äste die zertreten werden. Aber nicht so als würde dies unachtsam geschehen - eher so als wollte man das dieses Geräusch ensteht . So als wollte man das ich dieses Geräusch höre... Meine Brust ist wie zugeschnürt. Ich halte die Luft an, so das mein Atem mich nicht stören kann zu lauschen ob noch ein weiteres mal etwas zu hören ist und ich die Richtung ausfindig machen kann. Die Richtung wo sich der Verursacher des Geräuches aufhalten sollte. Nichts. Lange nichts.
Tief und schnell atme ich ein. Einen großen Zug Sauerstoff befördere ich in meine Lungen um gleich wieder in meiner Lauschposition zu verharren. Immer noch nichts. Der Wald scheint noch dunkler zu werden, je mehr ich versuche etwas erkennen zu können. Nur Schatten die sich mit den vielen unterschiedlichen Bäumen abwechseln. Der Wind sorgt für die Bewegung der Schatten indem er die Bäume hin und her wiegt.
Wieder fröstelt es mich. Diesmal jedoch kommt die Kälte aus meinem Inneren eine innere Beklommenheit macht sich breit die aus meinem Magen ins Hirn wandert um dort als ausgewachsendes Angstgefühl mir trotz frösteln Schweiß auf die Stirn zu treiben. Was mache ich nur hier? Erneut zerberstende Äste. Näher. Lauter. Direkt vor mir fast. Ich erahne einen Schatten der sich nähert. Das Angstgefühl schnürt mir die Luft ab. Der Puls rast unaufhörlich und hämmert in den Ohren. Den Schatten nahend sehend, weiß ich etwas Schreckliches wird geschehen. In Zeitlupe entwickelt sich die Situation weiter, unterbrochen von kurzen Momenten in denen der Schatten per Zeitraffer Haken schlägt. Ich bin wieder nicht in der Lage mich zu bewegen. Innerhalb des Schattens ohne fassbaren Körper oder Gestalt kann ich ein fahles Oval erkennen. Auf Augenhöhe bewegt es sich auf mich zu In mir höre ich einen immer lauter werdenden Schrei - ich schreie geräuschlos. In den Augen blanke Panik. Ich bin vereist und starre auf das oval. Noch bevor ich es genau fassen kann weiß ich was meine Augen sehen werden. Ein Gefühl nur - aber mit Gewissheit. Das bleiche Oval zeigt die Züge eines menschlichen Gesichtes. Es ist meins!
Ich öffne meine Augen. Meine Hände stützen meinen Oberkörper von den schweißnassen Laken meines Betts ab. Fast aufrecht sitzend starre ich an die mir gegenüberliegende Wand. In meinem Blick immer noch die gleiche Panik, diese habe ich ebenso wie das Herzrasen mit in Wirklichkeit gebracht...
11.1.09 16:18
 


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